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Dünya

Lampedusa: Papst Leo erinnert an ertrunkene Bootsflüchtlinge

Papst Leo XIV. hat auf der italienischen Insel Lampedusa der im Mittelmeer ums Leben gekommenen Flüchtlinge und Migranten gedacht. Gleichzeitig fordert er eine neue Strategie der EU für Migration.

Lampedusa ist die südlichste Insel Europas. Ein Ort, an dem Tausende Menschen nach ihrer riskanten Flucht über das Mittelmeer erstmals europäischen Boden betreten. Papst Leo XIV. segnete bei seinem Besuch dort eine Gedenktafel für seinen Vorgänger Franziskus.

Der bisher Molo Favaloro genannte Pier am Hafen von Lampedusa heißt ab sofort Molo Papa Francesco. Mit diesem Schritt wird das große Engagement des im April 2025 verstorbenen Argentiniers für Flüchtlinge gewürdigt.

"Pier Papst Franziskus: Ort der Ankunft, der Hoffnung und der Menschlichkeit" steht auf der wellenförmigen Kalksteinsäule am Hafen.

An dem rund 150 Meter langen Landungssteg Molo Papa Francesco gehen seit Jahren Menschen an Land, die die gefährliche Überfahrt überlebt haben. Entweder erreichen ihn die oftmals stark überladenen und nicht seetauglichen Boote aus eigener Kraft oder Seenotrettungsschiffe bringen aus dem Wasser geborgene Menschen dorthin.

In Europa bekannt wurde Lampedusa vor allem durch das verheerende Bootsunglück 2013. Vor der italienischen Insel, die knapp 140 Kilometer vor der Küste Tunesiens liegt, ertranken seinerzeit 368 Flüchtlinge und Migranten.

Zehntausende Menschen im Mittelmeer ertrunken

Seither kamen auf der sogenannten Mittelmeerroute weitere Tausende Menschen ums Leben. Nach Angaben des Projekts "Missing Migrants" der Internationalen Organisation für Migration starben oder verschwanden seit 2014 insgesamt 35.070 Menschen im Mittelmeer (Stand 4. Juli).

Franziskus besuchte Lampedusa drei Monate vor dem tragischen Unglück. Er hatte die Insel zum Ziel seiner ersten Papstreise gemacht, um auf das oft tödliche Schicksal von Bootsflüchtlingen aufmerksam zu machen. Damals sprach er auch von einer "Globalisierung der Gleichgültigkeit" - eine Formulierung, die seine gut zwölfjährige Amtszeit prägen sollte.

Daran knüpft Papst Leo nun an. Nach der Segnung der Gedenktafel sprach das Oberhaupt der katholischen Kirche kurz mit Bootsflüchtlingen, die aus dem Erstaufnahmelager der Insel, dem sogenannten Hotspot, zum Pier gebracht worden waren.

Leo fordert neue EU-Strategie für Migration

Die Europäische Union rief der Papst zu einem langfristigen und menschenwürdigen Umgang mit Migranten und Geflüchteten auf. Aufgrund seiner geografischen Lage und seiner institutionellen Struktur sei Europa in der Lage, die Krise in diesem Bereich ganzheitlich anzugehen, sagte das Kirchenoberhaupt auf Lampedusa.

Er forderte, die Soforthilfe in einen langfristigen strategischen Plan einzubinden, "der Migranten aufnimmt, schützt, fördert und integriert und gleichzeitig auf Entwicklung hinarbeitet, damit niemand zur Auswanderung gezwungen wird". All dies müsse unter Wahrung der Würde jedes Einzelnen geschehen, so der Papst.

"In gewisser Weise sind wir alle Migranten"

Der aus den USA stammende Pontifex sprach sich in der Vergangenheit wiederholt für einen respektvollen Umgang mit Migranten aus. Beim Besuch eines Aufnahmezentrums für Flüchtlinge auf der zu Spanien gehörenden Kanareninsel Teneriffa sagte er Mitte Juni: "In gewisser Weise sind wir alle Migranten."

Zum Auftakt seines Besuchs auf Lampedusa hatte der Papst Blumen an Gräbern von Migranten niedergelegt. Er verharrte im stillen Gebet. Auf dem Friedhof des rund 20 Quadratkilometer großen Eilands werden neben den verstorbenen Bewohnern auch ertrunkene Flüchtlinge beigesetzt, viele von ihnen anonym. Der Friedhof wird kontinuierlich erweitert.

Kaynak: dw.com

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